Ostergruß

Jesus ist es nach dem letzten Abendmahl mit seinen Jüngern wohl ähnlich gegangen, als er im Garten auf seine Verhaftung wartet: macht- und hilflos. Bei all dem, was da passiert, siegt aber eben nicht das Leid und der Tod, sondern das Leben. Jesus lebt!
Und mit ihm auch ich?
Diese Zeit ist für mich irgendwie auch wie eine Offenbarung. Spätestens seit dem der Papst seine Ansprache auf dem leeren Petersplatz hielt: „Der Sturm legt unsere Verwundbarkeit bloß und deckt jene falschen und unnötigen Gewissheiten auf, auf die wir … gebaut haben … all die Betäubungsversuche mit scheinbar ‚heilbringenden‘ Angewohnheiten … Mit dem Sturm sind die stereotypen Masken gefallen, mit denen wir unser ‚Ego‘ in ständiger Sorge um unser eigenes Image verkleidet haben; und es wurde wieder einmal jene (gesegnete) gemeinsame Zugehörigkeit offenbar, der wir uns nicht entziehen können, dass wir nämlich alle Brüder und Schwestern sind.“
Diese echten Worte des Pontifex sind keine Verurteilung, sie deuten diese Zeit auch nicht als eine Zeit der Rache und des Zorns Gottes. Diese Worte legen schonungslos offen, woran das Leben auf Erden krankt und wie es wieder lebenswert werden kann: Durch Solidarität unter den Menschen, durch die Befreiung von falschen Götzen, durch echte Wertschätzung für die Menschen, die in diesen Tagen großes leisten und durch das Vertrauen darauf, dass Jesus lebt. Dann lebe auch ich mit ihm!

In diesem Sinne wünsche ich ihnen im Namen des ganzen Seelsorgeteams Frohe Ostern und Gesundheit. Der HERR bleibt unsere Zuversicht.

Ihr Oliver Seis (Pfarrverwalter)

Zurück