Feier der Kar- und Ostertage 2020

Österliche Hauskirche

Die frühen Christen feierten den Gottesdienst in ihren Häusern, oft auch nur mit der eigenen Familie. Bis in die jüngste Zeit war es selbstverständlich in der Familie gemeinsam zu beten. Das neu zu entdecken tut uns ganz gut in diesen Tagen. Erfahren wir doch daheim Geborgenheit und Schutz. So finden sie nachfolgend Hausgottesdienstvorschläge für die Kar- und Ostertage. Suchen sie sich einen angenehmen und ruhigen Platz im Haus, holen sie das Gotteslob heraus, stellen sie eine Kerze auf und legen sie die Heilige Schrift in die Mitte. Diese Vorschläge können sie auch alleine beten, oder rufen sie eine gute Bekannte/ einen guten Bekannten an und beten sie am Telefon gemeinsam. Viele weitere Angebote finden sie auch im Internet.

Palmsonntag

ERÖFFNUNG mit dem Kreuzzeichen

LIED GL 365 „Meine Hoffnung und meine Stärke“ 4 x

GEBET    Wir wollen staunen und jubeln, wir wollen lieben, loben und anbeten, weil wir durch den Tod unseres Erlösers vom Tod zum Leben, aus der Finsternis zum Licht, aus der Verbannung ins Vaterhaus, aus dem Verderben zur Unversehrtheit, aus dem Elend in die Herrlichkeit, aus der Trauer in die Freude berufen sind. (Hl. Augustinus)

SCHRIFTLESUNG                Aus dem Johannesevangelium (Kapitel 21, Vers 1-11)

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa.

LIED GL 280 „Singt dem König Freudenpsalmen“

MEDITATION      Die Heilige Woche beginnt mit dem Palmsonntag. Wie kann sich die Stimmung ändern, innerhalb ein paar Tagen. Heute noch wird er gefeiert „Hosanna, dem Sohn Davids“ und morgen schon „Kreuzige ihn!“. Die Karwoche ist wirklich ein Wechselbad der Gefühle. Vielleicht geht es ihnen in diesen Tagen ja ähnlich. Einerseits ist da die Angst vor dem Virus und vor einer drohenden Ansteckung. Andererseits sieht man auch ganz viel Rücksichtnahme und Solidarität. Beides gehört zum Leben, das kann uns die Karwoche sagen, aber am Ende siegt das Licht: Christus lebt! Er lebt.   

FÜRBITTEN          Herr, du bist bei uns. Du gehst den Weg des Heils und des Lebens für uns. Daher wollen wir zu dir rufen:

1) Wir beten für die Menschen, die an einer schweren Krankheit leiden. Wir denken

an die vielen Corona-Infizierten hier bei uns, aber auch in den anderen Ländern dieser Welt. V.: Herr, Jesus Christus! – A.: Wir bitten dich, erhöre uns!

2) Wir beten für die vielen Menschen, die in helfenden Berufen unterwegs sind, als Krankenschwester oder Krankenpfleger, als Ärzte und Ärztinnen, als Altenpfleger und – pflegerin. Wir beten für die Mitarbeiter in den Rettungsdiensten, in der Nahrungsmittelindustrie, für die Bauern und die Menschen in den Lebensmittelmärkten. Stärke sie in ihrem Dienst.

3) Wir beten für die Menschen, die unter ungerechten Systemen leiden, die Gewalt erleiden müssen und unfrei sind. Schenke ihnen besonders das Licht von Ostern.

4) Wir beten für unsere Verstorbenen, für die Nahen und die Fernen und für all die Menschen, die am Coronavirus gestorben sind. Nimm sie auf in deine Herrlichkeit.

Herr, wir danken dir, dass wir uns an dich wenden dürfen. Bleibe bei uns bis in deine Ewigkeit. Amen.

BROTSEGEN (siehe Gründonnerstag)          Jetzt besteht die Möglichkeit Brot zu segnen.

VATER UNSER ggf. teilen sie anschließend das Brot.

SEGENSGEBET     Herr, unser Gott, sei bei uns in den Nöten, aber auch in den Freuden unseres Lebens. Sei bei uns im Glück und im Leid. Lass uns dich erfahren als ein Gott, der mit uns geht und bei uns bleiben will.  So segne uns der barmherzige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

LIED GL 773 „Der am Kreuz ist meine Liebe“ (Strophen 1+2)

 

 

Gründonnerstag

Setzen sie sich an einen Tisch und stellen sie Brot in die Mitte, das sie später untereinander teilen. Dann können sie nach dem Kreuzzeichen beten:

Gott segne dieses Brot, das wir in unsere Mitte gelegt haben.
Das Korn für das Mehl des Brotes legen wir in die Erde und lassen es wachsen und Frucht bringen, lass auch uns wachsen in der Liebe zu dir und unserem Nächsten.

 Segne uns, wenn wir jetzt das Brot brechen. [Brot brechen]

Es will unseren Hunger stillen, aber auch den Hunger nach Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt. Lass uns daher zu Menschen werden, die sensibel sind für die Nöte dieser Welt.

Wir feiern in diesen Tagen, dass sich Jesus Christus hingegeben hat. Er ist für uns gestorben, damit wir das Leben in Fülle haben.

Beten wir: Vater unser im Himmel…

Austeilen des Brotes

Guter Gott, verbunden mit den vielen, die wir gerade nicht treffen können, haben wir an das letzte Mahl gedacht, das dein Sohn Jesus mit seinen Freunden gefeiert hat. So segne uns der gute Gott, der Vater, der Sohn + und der Heilige Geist. Amen.

LIED GL 474 „Wenn wir das Leben teilen“ (Strophen 1 + 3-5)

 

 

Karfreitag

Beten sie die Kreuzwegandacht aus dem Gotteslob Nr. 683-684.

 

 

Ostersonntag

LIED GL 329 „Das ist der Tag, den Gott gemacht“

ERÖFFNUNG In der Osterfreude sind wir versammelt im Namen des Vaters und des Sohnes + und des Heiligen Geistes. Amen.

GEBET

Allmächtiger, ewiger Gott, am heutigen Tag hast du durch deinen Sohn Jesus den Tod besiegt, und auf diese Weise auch uns den Zugang zum Ewigen Leben ermöglicht. Darum begehen wir in Freude das Fest seiner Auferstehung von den Toten. Schenke uns neu deine Lebenskraft, damit auch wir auferstehen und im Licht des Lebens wandeln. Amen.

SCHRIFTLESUNG Aus dem Johannesevangelium (Kapitel 20, Verse 1-18)

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Mágdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab. Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging jedoch nicht hinein. Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Haupt Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle. Da ging auch der andere Jünger, der als Erster an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie hatten noch nicht die Schrift verstanden, dass er von den Toten auferstehen müsse. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben. Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du?

Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria von Mágdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte.

LIED GL 336 „Jesus lebt, mit ihm auch ich!

MEDITATION      Der Leichnam Jesu ist nicht da. Jesus lebt. Er lebt, doch es ist ganz anders als vorher. So sehr anders, dass er zunächst verwechselt wird mit dem Gärtner. Die Menschen am Grab begreifen es noch nicht. Offenbar war es nötig, Jesus, der lebt, ganz neu sehen zu lernen. Aber dann war es klar: er lebt und sein Erkennungszeichen ist, dass er Menschen anspricht, wie Maria. Sein Erkennungszeichen ist ein Lebenszeichen: so klar und lebendig, dass er Menschen im Herzen anspricht.

Tauschen Sie sich aus: Wann fühlen Sie sich ganz lebendig? Wer oder was macht uns dankbar für unser Leben? Wann spüren wir Lebenszeichen- von uns selbst oder von Anderen, oder von Gott? Gibt es jemanden, den Sie in den Ostertagen ganz bewusst kontaktieren können, um ein Lebenszeichen von sich zu senden?

LIED GL 457 „Suchen und fragen, hoffen und sehn“

FÜRBITTEN          Wir beten zu Gott, unserem Vater, der uns in der Auferstehung Jesu die Größe und die Stärke seiner Liebe gezeigt hat.

1) Für alle Christen im Bistum Trier. Dass sie aus der Kraft der Osterbotschaft leben.

V.: Gott, unser Vater: A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

2) Für die Christen im Heiligen Land und im Nahen Osten.

3) Für die Abgeordneten in den Parlamenten unseres Landes, dass sie in der aktuellen Krisensituation die richtigen Entscheidungen treffen.

4) Für die Ärztinnen und Ärzte und das Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Heimen.

Dass sie in aller Belastung der gegenwärtigen Zeit nicht den Mut verlieren.

5) Für unsere Verstorbenen [hier können Namen genannt werden]. Dass sich

ihre Hoffnung bei Gott erfüllt.

Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

BROTSEGEN (siehe Gründonnerstag)          Jetzt besteht die Möglichkeit Brot zu segnen.

VATER UNSER ggf. teilen sie anschließend das Brot.

SEGENSGEBET     Allmächtiger, gütiger Gott und Vater, durch die Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus hast du dem Tod die Macht genommen und sagst allen Enden der Welt das Leben an. Dafür danken wir dir und bitten dich: Mach uns bereit, diese Botschaft mit offenen Ohren zu hören, nimm allen Kleinglauben und allen Zweifel von uns, lass uns einstimmen in das Osterlob deiner Zeugen: Christus ist erstanden. Auf ihn hoffen wir in Zeit und Ewigkeit. So segne uns Gott, der Vater, der Sohn + und der Heilige Geist. Amen.

LIED GL 780 „Das Grab ist leer“

 

Frohe Ostern!

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